Interkulturelle Kommunikation
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

open topics forum

01.07.2019

2. OPEN TOPICS FORUM des Instituts für Interkulturelle Kommunikation

Am Montag, den 16.12.2019, fand von 18 c.t.- 20 Uhr das zweite Open Topics Forum mit dem Thema: 'EINDEUTIG VIELFÄLTIG ODER EINFÄLTIG VIELDEUTIG? - INTERKULTURALITÄT UND DIE VEREINDEUTIGUNG DER WELT‘ statt.

Anlass für die Setzung des Themas war ein 2018 erschienenes Büchlein „Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt“. Der Islamwissenschaftler Thomas Bauer stellt darin zum einen die These auf, dass es um die Vielfalt in allen möglichen Lebensbereichen und Diskursformen schlecht bestellt sei: zwar wirke alles „schön bunt“, doch handle es sich hierbei nur um eine „Scheinvielfalt“. Tatsächliche Vielfalt werde zunehmend rarer, wofür eine „moderne Disposition zur Vernichtung von Vielfalt“ verantwortlich zeichne. Diese wiederum beruhe auf Lebensumständen, die uns aktuell zu einer zunehmenden Tendenz zur „Vereindeutigung“ drängen, d.h. dem Rückgang der Bereitschaft, Ambiguitäten auszuhalten. Seine These ist nicht grundsätzlich neu, wenn man etwa an die Thesen des Soziologen Zygmunt Bauman denkt, für den die Frage nach der Ambivalenz in der Moderne ebenfalls stets zentral war. Auch den Philosophen Byung-Chul Han kann man in dessen Buch „Die Austreibung des Anderen“ (2016) als deutlichen Seelenverwandten Bauers erkennen.

Die Frage nach der „Vielfalt“, hier vor allem nach der „kulturellen Vielfalt“, und auch die Forderung nach „Ambiguitätstoleranz“ gehören aus guten Gründen zu üblichen Diskurs-Mantras der Interkulturellen Kommunikation. „Vielfalt“ berührt alle möglichen Kernthemen ihres Forschungs- und Handlungsfeldes wie z. B. die anthropologische und historische Entwicklung von Kulturen, die Erkenntnisse der Globalisierungsforschung (z.B. McDonaldisierung, Glokalisierung), die Ausprägung und Verhandlung kultureller Identitäten auf politischer wie subjektiver Ebene oder die pluralen Realitäten der (Post-) Migrationsgesellschaft - um nur einige wenige zu nennen. Auch die Frage nach der „Ambiguität“ bzw. der „Ambiguitätstoleranz“ hat interkulturelle Relevanz. Sie verschränkt sich zum einen insbesondere prinzipiell mit der Frage nach dem Begriff der Fremdheit im Allgemeinen. Sie gilt auf einer sozialtechnologischen Ebene zum zweiten als einer der wichtigsten Prüfsteine zur Entwicklung interkultureller Kompetenz.

Texte, die wie der von Thomas Bauer oder anderer Autoren, die in ein ähnliches Horn stoßen, bieten aus dieser Perspektive einen interessanten Redeanlass - einen höchst vielfältigen und ambivalenten. Man kann ihren Texten begeistert zustimmen, ihnen aber sicherlich auch vehement widersprechen.

Im Open Topics Forum wurden die obigen Texte, Thesen und Themen in lebhafter Runde diskutiert und weitergesponnen.

1. Open Topics Forum des Instituts für Interkulturelle Kommunikation

Am 1. Juli 2019 fand das erste "Open Topics Forum" des Instituts für Interkulturelle Kommunikation statt. Wir wälzten einen Abend lang Ideen, Ansätze, Fragen zu den Themen "Interkulturelle Ethik" und "Intercultural City" hin und her. Es ging um einen offenen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Studierende, MitarbeiterInnen der IKK und PraktikerInnen / ExpertInnen der interkulturellen Begegnung tauschten sich aus. Wir werden diese Reihe fortsetzen! Beobachten Sie bei Interesse unsere Homepage. Alle sind immer herzlich eingeladen mitzudiskutieren!

opentopics

Hier die vollständige Foto-Dokumentation des Abends als PDF.

Downloads


Servicebereich