Interkulturelle Kommunikation
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Wintersemester 1999/00

Einführungsveranstaltung

Di., 2.11.1999, 13-15, Schellingstr. 3, E 01
Anwesenheit ist Voraussetzung für die Teilnahme an Grundkurs I.

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Vorlesungen

Prof. Dr. Alois Moosmüller
Einführung in die Interkulturelle Kommunikation
2stündig, Di. 13-15, Schellingstr. 3, E 04 (Beginn: 9.11.1999)

  • Die Vorlesung soll in die wesentlichen Theorien und Methoden, Forschungsfelder und Anwendungsbereiche der Interkulturellen Kommunikation einführen.

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Grundkurs I (2 Parallelkurse) Anmeldung und Einführungsveranstaltung siehe oben!

Gregor Sterzenbach, M.A.
Interkulturelle Kommunikation I
2stündig, Mo. 17-19, Oettingenstr. 67, Raum 0.05 (Beginn: 8.11.1999)

Dr. Juliana Roth
Interkulturelle Kommunikation I
2stündig, Mi. 14-16, Ludwigstr. 25/VI, Raum D 2a (Beginn: 10.11.1999)

  • Erster Teil des zweisemestrigen Grundkurses "Interkultureller Kommunikation". Auf der Grundlage kultur- und kommunikationswissenschaftlicher Theorien und Methoden werden die Dimensionen und die Auswirkungen der Kulturbedingtheit von Wahrnehmung und Handeln aufgezeigt. Dabei wird in Bereiche wie kultureller Wandel, Stereotyp und Vorurteil, Fremdheit und Fremdverstehen, Kultur-Lernen u.a. eingeführt. Ausgangspunkt ist der kultur-allgemeine Ansatz des interkulturellen Lernens. Im Vordergrund steht der Transfer theoretischer Erkenntnisse auf die Praxis der interkulturellen Begegnung im Privatleben und vor allem am Arbeitsplatz.
  • Literatur: Maletzke, G.: Interkulturelle Kommunikation. Opladen 1996. - Gudykunst, W. B. u.a.: Communicating with Strangers. New York 1992.

Grundkurs II (2 Parallelkurse) Anmeldung siehe oben!

Prof. Dr. Alois Moosmüller
Interkulturelle Kommunikation II
2stündig, Mo. 9-11, Oettingenstr. 67, Raum 1.27 (Beginn: 8.11.1999)

Dr. Juliana Roth
Interkulturelle Kommunikation II
2stündig, Mo. 14-16, Ludwigstr. 25/VI, Raum D 2a (Beginn: 8.11.1999)

  • In Fortsetzung des auf dem kulturwissenschaftlichen Ansatz basierenden Grundkurses I werden weitere grundlegende Konzepte und Modelle für die Erfasssung und Analyse interkultureller Interaktionen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die praktische Anwendung des theoretischen Wissens auf die Deutung des Verhaltens in Organisationen, wobei der kultur-allgemeine Ansatz durch das Eingehen auf das Kommunikationsverhalten in konkreten Ländern (z.B. Frankreich, USA, Rußland, Japan) erweitert wird. Hierzu werden beispielhaft einige Aspekte des Verhaltens in Organisationen kulturvergleichend behandelt.
  • Literatur: Hofstede, G.: Interkulturelle Zusammenarbeit. Wiesbaden 1993. - Roth, K. (Hg.): Mit der Differenz leben. Europäische Ethnologie und Interkulturelle Kommunikation. Münster 1996.

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Proseminare

Prof. Dr. Alois Moosmüller
Theorien der Interkulturellen Kommunikation und ihre Bedeutung in bestimmten Praxisfeldern
2stündig, Mo. 11-13, Oettingenstr. 67, Raum 1.27 (Beginn: 8.11.)

  • In diesem Seminar soll eine kritische Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen (kulturanthropologischen, psychologischen, sprach- und kommunikationswissenschaftichen, pädagogischen, u.a.) Ansätzen in der IkK erfolgen. Es soll geprüft werden, welchen Erklärungswert diese Ansätze haben, inwieweit sie sich ergänzen bzw. widersprechen und inwieweit sie praxisrelevant sind. Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, ein Kurzreferat, die Übernahmen eines Protokolls und das Schreiben einer Hausarbeit sind die Voraussetzung für einen Scheinerwerb.
  • Einführende Literatur: Thomas, A. (Hg.): Psychologie Interkulturellen Handelns. Göttingen 1996, S. 107-136, 147-164. - Brislin, Richard: Understanding Culture's Influence on Behavior. Fort Worth 1993.

Dr. Katharina von Helmolt
Linguistische Dimensionen von Kulturunterschieden in der interkulturellen Kommunikation
entfällt!

Dipl.-Psych. Astrid Podsiadlowski
Mitarbeiter in internationalen Unternehmen und Organisationen: empirisches Proseminar
2stündig, Blockveranstaltung: Fr. 5.11.1999 15-17, Fr. 26.11.1999, 10.12.1999, 14.1.2000, 11.2.2000, jeweils 13-18.30, Oettingenstr. 67, Raum 0.37

  • Mitarbeiter mit verschiedenen Positionen und Aufgabenbereichen stehen in international tätigen Unternehmen und Organisationen vor der Herausforderung, mit Menschen unterschiedlicher nationaler Zugehörigkeit erfolgreich zusammenzuarbeiten, sei es als Führungskraft, Personalmanager oder Kollege. Nach dem theoretischen Einstieg und einer Einführung in die empirische Sozialforschung und deren Implikationen für interkulturelle Fragestellungen sollen gemeinsam Erhebungsinstrumente v.a. qualitativer Art entwickelt werden (Interviewleitfaden, Fragebogen, Beobachtungskriterien), um kleine Erhebungen im Feld (Unternehmen, Institutionen, Vereinen u.ä.) durchzuführen. Die Teilnehmer sind dabei in Form von Arbeitsgruppen für alle Arbeitsschritte einer Studie - von der Auswahl der Befragungsteilnehmer bis hin zur Auswertung - zuständig. Ziel ist es, Themen der interkulturellen Zusammenarbeit nicht nur aus theoretischer Perspektive sondern auch aus Sicht der Mitarbeiter und ihre Erfahrungen bezüglich Auslandsentsendung, Personalauswahl und -entwicklung, Führung und Zusammenarbeit in multinationalen Arbeitsgruppen kennenzulernen. Dabei sollen auch kulturspezifische Arbeitsstile ermittelt werden.

Tom Hufnagel, M.A., Dipl. Soz. Ingrid Dobler
Praxisseminar: Leben in der modernen Diaspora (Teil 2)
2stündig, Mo. 18-20, Oettingenstr. 67, Raum 1.31

  • Im Zuge der wachsenden Globalisierung schicken immer mehr multinationale Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Ausland. Die Entsandten sind in den meisten Fällen nicht alleine in der Fremde - sie treffen auf eigene Landsleute, die in der sog. modernen Diaspora leben. In diesem Praxisseminar soll mit den Methoden der Ethnologie und der empirischen Sozialforschung (qualitative Methoden) Kultur, Organisation und Alltag der ausländischen Migrantengemeinschaften in München beschrieben werden. Das Seminar geht den Fragen nach, wie diese strukturiert sind, wie und ob die Prozesse der Anpassung, Integration und Akkulturation funktionieren, wie das Verhalten der "alteingesessenen" Migranten gegenüber den Neuankömmlingen ist, wie innerhalb der Diaspora das Heimatbild definiert ist, wie der Kontakt zur heimatlichen Kultur aufrechterhalten wird etc. und wie die Diaspora wiederum das Geschehen in multinationalen Konzernen beeinflußt. Ziel ist es, ein Bild über Organisation, Fremd- und Selbstbild, Alltag, Integration und Akkulturationsniveau ausgewählter Migrantengemeinschaften geben zu können und diese miteinander zu vergleichen. Das Seminar richtet sich an Studenten, die Spaß an einem praxisorientierten Seminar haben und bereit sind mehr Energie als üblich zu investieren.
  • Voranmeldung bis 31.10.1999 bitte per E-Mail oder Telefon an Ingrid Dobler (Tel. 13 03 97 32) oder Tom Hufnagel (Tel. 21 94 92 01).
  • Literatur: Dabag, Mihran/Platt, Kristin (Hrsg.): Identität in der Fremde. Bochum 1993. - Geertz, Clifford: Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1983. - Lamnek, Siegfried: Qualitative Sozialforschung. Methoden und Techniken. München 1989. 233-305.

Dipl. Psych. Andreas Brüch
Quantitative, standardisierte Befragungsmethoden in der interkulturellen Kommunikation - Projektseminar mit praktischen Übungen
2stündig, Fr. 10-12, Oettingenstr. 67, Raum 0.37

  • Ziel des Proseminars ist es, einen Überblick über quantitative Befragungsmethodik zu vermitteln und den gesamten Forschungsprozeß von der Entwicklung eines Fragebogens bis zur Datenauswertung und -interpretation kennenzulernen. Die praktische Vorgehensweise dazu kann man am besten bei der Durchführung eines eigenen empirischen Projekts erlernen. Zu diesem Zweck werden wir im Seminar in Gruppenarbeit einen standardisierten Fragebogen zu einer interkulturellen Thematik entwickeln, mit diesem im Lauf des Semesters eine Befragung durchführen, die Daten mit Hilfe der Statistiksoftware SPSS eingeben und auswerten sowie die Ergebnisse vor dem Hintergrund interkultureller Theorien interpretieren. Welche interkulturelle Fragestellung untersucht wird, ist offen und soll im Seminar gemeinsam festgelegt werden.
  • Scheinerwerb: Aktive Mitarbeit bei Fragebogenentwicklung und empirischer Untersuchung; Untersuchungs- bzw. Ergebnisbericht.
  • Literatur: Schnell, R./Hill, P./Esser, E.: Methoden der empirischen Sozialforschung. München: Oldenbourg 1995. - Vijver, F. van de/Leung, K.: Methods and Data Analysis for Cross-cultural Research. Thousand Oaks: Sage 1997. - Vijver, F. van de/Leung, K.: Methods and Data Analysis of Comparative Research. In: Berry, J. W. et al. (Eds.): Handbook of Cross-cultural Psychology, vol. 1, 257-300. Needham Heights: Allyn & Bacon 1997.

Dr. Jörg Wormer
Denken - Verstehen - Handeln: zum Umgang mit Informationen
2stündig, Di. 16-18, Theresienstr. 39, E 41

  • Nach einem kurzen Blick auf relevante Ansätze und Modelle der Erkenntnistheorie und der interkulturellen Kommunikation werden wir im Seminar Grundprinzipien individuellen und institutionellen Umgangs mit Informationen kennenlernen und analysieren. Denken, Verstehen und Handeln lassen sich zum leichteren Verständnis in verschiedene Vorgehensweisen gliedern: Immanente Ausrichtungen zielen auf den Gültigkeitsanspruch des Objekts (ein Gesetz, eine verifizierte Behauptung, ein ästhetisches Objekt, eine ethisch gute Handlung etc.), nichtimmanente Richtungen heben auf andere Objektaspekte und -kontexte ab. Im Seminar werden wir sowohl die einzelnen Erkenntnisschritte näher betrachten, die unserem Handeln vorausgehen, als auch die durch das Handeln selbst bedingten weiteren Erkenntnisschritte. Es geht also um eine Hermeneutik von Wahrnehmung, Denken, Erkenntnis und Handeln in ihren Eigentümlichkeiten und Wechselbeziehungen. Die Studierenden gewinnen so einen sicheren und selbstbewußten Umgang mit Informationen.

Dr. Jörg Wormer
Management und Unternehmenskultur
2stündig, Mi. 9-11, Theresienstr. 39, E 39 Raumänderung: Hauptgebäude B 09

  • Nach Vorstellung und Analyse relevanter Ansätze und Modelle der interkulturellen Kommunikation beschäftigen wir uns im Bereich internationaler und nationaler Wirtschaftstätigkeit mit zwei Schlüsselbegriffen heutigen Firmenselbstverständnisses: Management als Sammelbegriff für Unternehmenssteuerung im Markt und Unternehmenskultur als Kennzeichnung des gesamten betrieblichen Miteinanders, welches, strategisch in eine Corporate Identity überführt, dem Unternehmen ein unverwechselbares Gesicht nach außen geben soll. Unternehmenseffizienz, Mitarbeitermotivation und -loyalität stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der jeweiligen Ausrichtung von Management und Unternehmenskultur. Schwerpunkt der Seminartätigkeit bilden Analysen von Managementtheorien und erfolgreichen Managementkonzepten sowie die Erörterung von Theorien und praktizierten Konzepten von Unternehmenskultur anhand von Beispielen.

Dr. Karl Esselborn
Aspekte der Interkulturalität in der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart
2stündig, Mo. 8.30-10.00, Leopoldstr. 13, Raum 1308

  • Seit dem Zweiten Weltkrieg haben massenhafte Migrationsbewegungen von Flüchtlingen, Exilanten und Arbeitsmigranten in Europa zu starken ethnischen und kulturellen Verschiebungen und Vermischungen geführt. Die Erfahrungen von Emigranten und Immigranten, von Fremdheit und Integration, von kulturellen Konflikten und multikulturellem Nebeneinander haben ihren Niederschlag auch in der Literatur gefunden. Die interkulturelle Germanistik macht gerade diese interkulturellen Aspekte in der deutschsprachigen Literatur, die Themen und Motive der Kulturbegegnung, die literarischen Formen der Mehrsprachigkeit, der Intertextualität und Hybridität zu ihrem Gegenstand. Dabei kann sie auch an die gegenseitigen Abhängigkeiten und Beeinflussungen der Literatur der drei deutschsprachigen Länder und an die mehrsprachigen Traditionen multikultureller Regionen anknüpfen, die eine ständige Überschreitung nationaler Grenzen bis zum aktuellen Literaturbetrieb selbstverständlich voraussetzen. An literarischen Beispielen unterschiedlichster Art soll das Seminar Bedeutsamkeit und Ergiebigkeit der Exil-, Migrations- und mehrsprachigen Regionalliteratur und anderer Formen der Interkulturalität für fremdkulturelle Leser zeigen.
  • Literatur zum Einstieg: Esselborn, Karl: Von der Gastarbeiterliteratur zur Literatur der Interkulturalität. Zum Wandel des Blicks auf die Literatur kultureller Minderheiten in Deutschland. In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 23 (1997) 47-75. - Lehmann, Albrecht: Im Fremden ungewollt zuhaus. Flüchtlinge und Vertriebene in Westdeutschland 1945-1990. München 1993. - Lützeler, Paul M. (Hg.): Schreiben zwischen den Kulturen. Beiträge zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Frankfurt: Fischer 1996. - Weigel, Sigrid: Literatur der Fremde - Literatur in der Fremde. In: Gegenwartsliteratur seit 1968. Hansers Sozialgeschichte der Literatur Bd. 12. München: dtv 1992. S. 182-229.

Dr. Ursula Riedner
Ansätze einer interkulturellen Germanistik: Geschichte - Verfahren - Kritik
2stündig, Blockveranstaltung ab 13.1.2000, Do. 16-18, Leopoldstr. 13, Raum 1211, Fr. 15-17, Raum 1201, Vorbesprechung am 17.12.1999, 15 Uhr, Leopoldstr. 13, Raum 1201

  • Der Begriff der interkulturellen Germanistik war von Anfang an mit der Entwicklung des Faches Deutsch als Fremdsprache verbunden, insbesondere mit der literatur- und kulturwissenschaftlichen Komponente des Faches. Prominent ist in diesem Zusammenhang vor allem das von Alois Wierlacher und in den verschiedenen Veröffentlichungen der "Gesellschaft für interkulturelle Germanistik" entwickelte Konzept einer interkulturellen Germanistik, das jedoch auch immer wieder Zielpunkt scharfer Kritik war. Darüber hinaus stößt man gerade in jüngster Zeit im Rahmen der Diskussion um eine kulturwissenschaftliche Fundierung der Literaturwissenschaft auch innerhalb der deutschen Binnengermanistik (wenn auch unter etwas anderen Vorgaben) immer wieder auf Ansätze zu einer interkulturellen Ausrichtung germanistischer Forschung. Hinter dem Begriff verbirgt sich dabei eine Vielfalt von Fragestellungen und Konzepten, die sich aus so unterschiedlichen Bereichen wie der philosophischen Hermeneutik, der literaturwissenschaftlichen Texttheorie, der Literaturdidaktik sowie der Ethnologie und Kulturanthropologie herleiten. Im Seminar sollen die verschiedenen Konzepte einer interkulturellen Germanistik vorgestellt, kritisch diskutiert und praktisch erprobt werden.
  • Lektüre: Wierlacher, Alois: Zur Entwicklungsgeschichte und Systematik interkultureller Germanistik (1984-1994). In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 20 (1994) 37-56. - Zimmermann, Peter: "Interkulturelle Germanistik". Ein Phantom wird besichtigt. In: Ders. (Hg.): "Interkulturelle Germanistik". Dialog der Kulturen auf deutsch? Frankfurt am Main: Lang 1989. 13-26. - Bachmann-Madick, Doris: Wie interkulturell ist die Interkulturelle Germanistik? In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 22 (1996) 207-220. - Krusche, Dietrich: Alterität und Methode. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 110, Jg. 28 (1998) 58-75.
  • Diskutiert werden z.B. Fragen nach den Möglichkeiten und Bedingungen des Verstehens von Literatur und Kultur aus der Perspektive fremder Kulturen (also Fragen der interkulturellen Hermeneutik), Fragen der literaturwissenschaftlichen Texttheorie sowie Fragen der Vermittlung von Literatur im fremdkulturellen Bereich, aber auch Fragen nach dem Verhältnis von deutscher Literatur und Weltliteratur (also komparatistische Fragestellungen) oder die Frage nach kultureller Repräsentation in literarischen Texten, die sich aus ethnologischen und kulturanthropologischen Diskussionen herleiten.

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Hauptseminare
(Teilnahmevoraussetzung: abgeschlossenes Grundstudium)

Prof. Dr. Alois Moosmüller
Interkulturelle Aspekte der Auslandsentsendung
2stündig, Mi. 9-11, Oettingenstr. 67, Raum 13

  • In den 50er Jahren führten Kulturanthropologen in den USA die ersten auslandsvorbereitenden Seminare für Mitarbeiter von Regierungsorganisationen durch und begründeten damit das Fach Interkulturelle Kommunikation. Bis heute ist das Interesse staatlicher und privater Organisationen, Auslandsentsendungen vorteilhaft zu gestalten, ein wesentlicher Motor für die Beschäftigung mit interkultureller Kommunikation geblieben. Im Seminar werden grundlegende Fragen zur Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis der Auslandsentsendung (z.B.: Welcher Erklärungsbedarf ergibt sich aus der Praxis und zu welchen Modellbildungen führt das? Um welche Interessen geht es dabei und welche ethischen Fragen sind damit verbunden?) und wichtige Problembereiche der Auslandsentsendung (Personalmanagement, Training, Anpassung an die Gastkultur, Diasporagemeinden, Effektivität im Beruf, Rückkehr, etc.) behandelt.
  • Einführende Literatur: Wirth, Ekkehard: Mitarbeiter im Auslandseinsatz. Wiesbaden 1992. - Müller, Stefan: Auslandsorientierung als Zielsetzung der Personalentwicklung. In: Thomas, Alexander (Hg): Psychologie interkulturellen Handelns. Göttingen u.a. 1996, S. 341-364.

Prof. Dr. Klaus Roth
Materielle Kultur und Interkulturelle Kommunikation
2stündig, Mi. 16-18, Ludwigstr. 25/VI, Raum D 2a (Beginn: 3.11.1999)

  • In der IKK ist die materielle Kultur bislang weitgehend unbeachtet geblieben. Sie hat aber in vielfacher Weise Einfluß auf die Gestaltung interkultureller Interaktionen. Ziel des Seminar ist es, diese Einflüsse und Bedingungen zu untersuchen in einer Welt, die durch globale Vereinheitlichung gekennzeichnet scheint, in der aber de facto erhebliche kulturelle Unterschiede in der Gestaltung von Artefakten und im Umgang mit ihnen, in ihrer Funktion und Nutzung, in der Einstellung zu ihnen und ihrer Bedeutung zu beobachten sind. Bei der Behandlung dieses neuen Forschungsfeldes aus der Perspektive der IKK soll es darum gehen, die Artefakte als Thema, als Kontext und als Medium interkultureller Kommunikation sowie die Vermittlung von Dingen, die Mensch-Ding-Beziehungen und Dinge als Zeichen in interkulturellen Interaktionen zu betrachten. Hierfür sollen im Seminar (a) die theoretischen Grundlagen erarbeitet, (b) Arbeiten mit interkulturellem Ansatz analysiert und (c) empirische Untersuchungen durchgeführt werden.
  • Literatur: Leach, E.: Kultur und Kommunikation. 1978. - Hall, E. T.: The Hidden Dimension. 1969. - Menzel, P.: Material World. 1994. - Köstlin, K. u.a. (Hg.): Umgang mit Sachen. 1983. - Roth, K.: Zur Sache! Materielle Kultur und IKK. In: Franz Grieshofer u.a. (Hgg.): Netzwerk Volkskunde. Ideen und Wege. 1999, 317-335.

Dr. Juliana Roth
Globalisierung, kultureller Wandel und Interkulturelle Kommunikation
2stündig, Mo. 16-18, Ludwigstr. 25/VI, Raum D 2a (Beginn: 8.11.1999)

  • Der Prozeß der Globalisierung wirft viele Probleme auf, die den Bereich der Kultur betreffen, etwa das Erstarken kultureller Identitäten, die Zunahme ethnischer Konflikte und den starken Wandel der Kulturen. Nach einer Einführung in die gegenwärtigen Globalisierungsdiskussion sollen Aspekte des Kulturwandels und der kulturellen Diffusion behandelt werden, wobei die theoretischen Überlegungen durch empirische Studien ergänzt werden: Anhand ausgewählter Fallbeispiele sollen praktische Erfahrungen mit dem Einfluß von Innovation, Diffusion und Adaption festgehalten und analysiert werden.
  • Literatur: Beck, Ulrich: Was ist Globalisierung? Frankfurt 1997. - Barnett, H. G.: Innovation. The Basis of Cultural Change. New York 1953. - Rogers, Everett: Communication of Innovation. A Cross-Cultural Approach. New York 1971.

Prof. Dr. Konrad Ehlich
Sprachenpolitik
2stündig, Di. 12-14, Hauptgebäude HS B 09

  • Sprachenpolitik hat es in Deutschland in den letzten Jahrzehnten - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht mehr gegeben. Dies macht sich in vielfältiger Weise als problematisch bemerkbar. Die internationalen Entwicklungen machen andererseits sprachpolitisches Bewußtsein und Handeln immer dringlicher. Im Seminar werden wir uns die Situation des Deutschen, seine soziale, historische und politische Bedeutung, die europäische Sprachen- und Sprachenpolitik-Situation erarbeiten und versuchen, zu einem kulturpolitisch verantwortlichen und verantworteten Konzept zu finden.
  • Als Einführung in den Problemstand ist die Lektüre von Ulrich Ammon: Die internationale Stellung der deutschen Sprache. Berlin, New York: de Gruyter 1991 sowie von Dieter Cherubim/Siegfried Gosse/Klaus J. Mattheier (Hgg.): Sprache und bürgerliche Nation. Berlin, New York: de Gruyter 1998 erwünscht.

Prof. Dr. Willie van Peer
Kultur des Lachens. Bedeutung und Wirkung komischer Literatur
2stündig, Mi. 11-13, Hauptgebäude, HS B 09

  • Die Erfahrung des Komischen nimmt in der menschlichen Erfahrung eine besondere Stelle ein: Sie ist flüchtig und fragil, geheimnisvoll und erlösend. Nur der Mensch lacht, nicht die Tiere. Und es wird in allen menschlichen Kulturen gelacht. Das Lachen ist ein universelles Kennzeichen des Menschen. Daher gilt es als wichtig, dieses Kennzeichen und seinen kulturellen Stellenwert genauer zu bestimmen und zu untersuchen. Im Seminar werden die verschiedenen Manifestationen des Komischen untersucht, aber auch seine grundlegende Struktur. Überdies werden die unterschiedlichen Theorien, die sich mit dem Komischen und mit dem Lachen als Erfahrung beschäftigt haben, kritisch analysiert. Die Ausführungen werden auch auf alltägliche und literarische Formen des Komischen bezogen. Die Teilnehmer/innen untersuchen selbständig einen Teilaspekt des Komischen und berichten darüber in ihrer Hausarbeit.
  • Literatur: Berger, Peter L.: Erlösendes Lachen. Berlin, New York: de Gruyter 1998.

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Stand: 12. Oktober 1999, Änderungen vorbehalten!

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