Interkulturelle Kommunikation
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Dr. Gregor Sterzenbach

Globale interkulturelle Kompetenz

Aufgrund der vielfältigen Herausforderungen der Globalisierung, zu denen etwa die Folgen einer anwachsenden Ungleichheitsdynamik zählen, ökologische Probleme oder das Anwachsen von Verunsicherungsgefühlen, ist der Ruf nach einer kritisch-reflexiven und vor allem auch stärker global ausgerichteten Interkulturellen Kommunikation hörbar geworden - mit Folgen auch für die Konzeption interkultureller Kompetenz.

Das Ziel besteht in einer Kompetenzentwicklung, die bei weitem nicht nur im Auge hat, wie Individuen in einer hochgradig globalisierten Welt das pragmatische Management zunehmend alltäglicher, aber auch unübersichtlicher Interkulturalität bewältigen können und wie sie hierfür „fit gemacht“ werden können. Sie versteht sich vielmehr ausgesprochen wertorientiert: Sie berührt die hochgradig ethische Frage, wie es uns gelingen könnte, ein hoffnungsvolles, ethisches und gerechtes, interkulturelles Leben in der heutigen postkolonialen Globalität zu leben.

Um diesem hochgesteckten Ziel Herr zu werden, orientiert man sich, neben neueren sozial- und kulturwissenschaftlichen Strömungen, z.T. an lange bestehenden Ideen. Zu diesen zählen zum einen die Philosophie des Kosmopolitismus, der im Kern die Idee beinhaltet, dass es zum Wohle aller notwendig sei, eine Art Weltbürgertum zu etablieren, das sich als Teil der globalen Menschheit versteht und hierfür ein moralisches Be-wusstsein ausprägt (z. B. in Form einer beschworenen global citizenship). Zentral sind zum zweiten auch Ansätze des sogenannten Globalen Lernens, die in ähnlicher Weise auf einer pädagogischen Ebene die ausgeprägte Berücksichtigung von globalen Macht- und Ungleichheitsfragen sowie die Verpflichtung zu Reflexion und Dialog im Blick haben.

Die Forschungssituation erweist sich als unübersichtlich, die offenen Fragen sind vielfältig. Es ergibt sich ein Bedarf an theoretischer Grundlagenforschung genauso wie an empirischer Überprüfung. Folgenden Fragen wird deswegen im Rahmen des Forschungsprojekts nachgegangen:

  1. Wie wird globale, interkulturelle Kompetenz bislang konzipiert? Welche theore-tischen Orientierungen sind hierbei maßgeblich? Welche didaktischen Umsetzungen gibt es bisher?
  2. Wie sind die aus einem kritischen Blickwinkel angedachten Erneuerungen für den interkulturellen Kompetenzbegriff zu bewerten? Inwieweit bieten insbesondere der Kosmopolitismus oder das Globale Lernen im Rahmen von Interkulturalität sinnvolle Rahmenkonzepte?
  3. Welche Konsequenzen ergeben sich aus einer kritisch gedachten, globalen Orientierung der interkulturellen Kompetenzentwicklung für Forschung und Lehre?
  4. Wie könnte die Herstellung einer kritisch-globalen, interkulturellen Kompetenz auf didaktischer Ebene erfolgen?

Die Schwerpunktsetzung der Forschungsgruppe ist theoretischer Natur. Praktische Kooperationen im Rahmen von Projekten mit externen Institutionen und Organisationen (insbesondere Schule, Hochschule, Vereine) sind jedoch denkbar.


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