Interkulturelle Kommunikation
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Zum Einsatz von Bildern in interkulturellen Trainings

Reflektionsgeleitete Analyse von Anwendungsbeispielen ikonographischer Darstellungen in internationalen Organisationen

 

Prof. Dr. Christoph Barmeyer

Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation, Universität Passau

 

Interkulturelle Trainings sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil interkultureller Bildung und Personalentwicklung. Interkulturalität wird dabei für die Teilnehmer durch verschiedene Methoden erschlossen und verarbeitet, etwa durch Fallstudien und Critical Incidents.

 

Eine andere ganzheitliche Methode Interkulturalität in Organisationen darzustellen und zu reflektieren ist Visualisierung, also die Arbeit mit Bildern. Bilder, als zusammengefügte „Abbilder“ differenzierter Wirklichkeiten und Wahrnehmungen, können als ikonographisches Mittel zur Darstellung von interkulturellen Kontexten und Situationen genutzt werden. Sie können Komplexität reduzieren, Kreativität entfalten, zentrale Botschaften auf symbolische Art kommunizieren, Mittel zur Emotionalisierung sein und ein wichtiges pädagogisches Werkzeug darstellen.

 

Bilder sind in interkultureller Kommunikation ein wichtiges Medium, um Kulturspezifika und -kontraste darzustellen (Lüsebrink/Walter 2003), jedoch wurde bisher noch nicht auf sie als Medium eingegangen, das von beteiligten Akteuren selbst angefertigt wird und deren interkulturelle Erfahrung widerspiegelt (Barmeyer 2009). Dabei geben Bilder in Form von Skizzen oder Zeichnungen im Rahmen interkulturelle Trainings den teilnehmenden Fach- und Führungskräfte die Möglichkeit, durch eigens gemalte Bilder in einer Momentaufnahme selbst „zu Wort“ zu kommen. Während der kreativen Aktion werden Prozesse des Empfindens, Wahrnehmens, Erkennens und Lernens ausgelöst und „besprechbar“ gemacht. Sie ermöglichen Somit ermöglichen diese Bilder die Betrachtung und Reflexion interkultureller Situationen aus einer Meta-Ebene.

 

Die bildliche Darstellung, Analyse und Interpretation von Themen zur Interkulturalität ist ein innovativer Weg, um interkulturelle Erfahrungen im Rahmen von Interventionsmaßnahmen wie Trainings zu thematisieren und vor allem zu be- und verarbeiten. Der Vortrag nimmt anhand von Anwendungsbeispielen - in interkulturellen Trainings gemalten Bildern - gemeinsam mit dem Publikum eine reflektionsgeleitete Analyse vor.

 

 

Literatur

 

Barmeyer, C.: „Une image vaut mille mots“ Interkulturelle Bilderwelten deutsch-französischer Unternehmenskooperationen. In: Bauer, Ulrich (Hg): Standpunkte und Sichtwechsel. Festschrift für Bernd Müller-Jacquier zum 60. Geburtstag. München, IUDICIUM, 2009, S.299-322.

Lüsebrink, Hans-Jürgen/ Walter, Klaus Peter (Hg.) (2003): Interkulturelle Medienanalyse. St. Ingbert: Röhrig.

 

Prof. Dr. Christoph Barmeyer ist Inhaber des Lehrstuhls für Interkulturelle Kommunikation und Vorsitzender des Zentrums für Schlüsselqualifikationen an der Universität Passau. Forschungs- und Arbeitschwerpunkte bilden das Interkulturelle Management, die interkulturelle Transferforschung und die interkulturelle Kompetenzentwicklung.

www.uni-passau.de/barmeyer


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